Kategorie: Schweiz

Schweizer Klassiker – Schneeiges Zermatt & Sonniges Tessin

Schweizer Klassiker – Schneeiges Zermatt & Sonniges Tessin

Die Schweiz ist kontrastreich. Hohe Berge, tiefe Seen. Einsame Bergregionen, grosse Städte, mediterrane Landschaften. Vier Landessprachen und drei Kulturen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Ich entführe Euch heute ins schneeiges Zermatt und ins sonniges Tessin.

Diese Reise haben wir mit Freunden aus Schottland überrings wirklich gemacht. Sie wollten die Highlights der Schweiz sehen. Und da die Schweiz nicht gross ist und der öffentliche Verkehr sehr gut ausgebaut, konnten wir alles mit Zug und Bus ohne Probleme erreichen.

Das höchste Skigebiet der Alpen
Das höchste Skigebiet der Alpen

Zermatt

Zuerst geht es nach Zermatt. Zermatt liegt am Fuss des Matterhorns, ist das Tor in die Bergwelt und lebt vom Tourismus. Schon hier sind wir auf 1600 Metern. Das Matterhorn, Schweizer Wahrzeichen, ist mit 4478 Metern Höhe einer der höchsten Berge der Alpen.

Das kleine Dort Zermatt zieht im Sommer die Bergsteiger an und im Winter die Ski- und Snowboard Fahrer. Das Skigebiet am Matterhorn ist das höchst gelegenste und steilste der Alpen. Hier scheint die Sonne an 300 Tagen im Jahr und es gibt so wenig Niederschlag, wie sonst nirgends in der Schweiz. Autos sind in Zermatt nicht erlaubt. Dementsprechend ist die Bergluft klar, sauber und trocken.

Schafherde in Zermatt
Schafherde in Zermatt

Es ist Oktober. Vorsaison in Zermatt. Viele Hotels sind noch nicht geöffnet. Es ist ein wenig eine Geisterstadt. Und dann fängt es an zu schneien. Unberührt, still, zauberhaft. Wir machen es uns in unserer Ferienwohnung gemütlich. Später wird eine Schafherde durch die Gassen getrieben. Runter vom Berg ins Winterquartier. Welch ein Bild – die mit Schnee bedeckten Schafe in der einsamen, menschenleeren Gasse.

Ost - und Nordwand des Matterhorns
Ost – und Nordwand des Matterhorns
Verzauberte Schneelandschaft
Verzauberte Schneelandschaft

Das Matterhorn

Bei strahlendem Sonnenschein geht es am nächsten Morgen aufs Matterhorn. Meine Tochter und ich bleiben auf der höchsten Mittelstation auf 3000 Metern. Sie will nicht weiter hoch und ich habe Probleme mit der dünnen Luft und dem wenigen Sauerstoff in grosser Höhe. Der Rest unserer Truppe fährt bis aufs kleine Matterhorn auf 3900 Meter. Aber eigentlich haben wir nichts verpasst, denn die typische Silhouette des Matterhorns sieht man viel besser von hier. Nur den märchenhaften Gletscherpalast sehen wir nicht. 15 Meter unter der Oberfläche des Gletschers funkeln Eisskulpturen im ewigen Eis.

Was haben das Matterhorn und die Toblerone Schokolade gemeinsam? Schaut mal auf die Verpackung. Schweiz, Schokolade, Matterhorn sind eins. Und erinnert die berühmte Dreiecksform nicht an das Matterhorn? Aber das ist falsch. Laut Hersteller waren Tänzerinnen im Pariser Revuetheater „ Folies Bergères“, die eine kunstvolle Pyramide formten, Inspiration für die charakteristische Dreiecksform. Wir Schokoladenliebhaber glauben kein Wort, oder?

Nach einen langen, schönen Tag sind wir wieder im Dorf. Und haben uns unser Abendessen jetzt wirklich verdient. Bergluft macht hungrig. Am nächsten Tag verlassen wir das schneeige Zermatt und fahren mit dem Zug weiter ins sonnige Tessin.

Ewiges Eis
Ewiges Eis
Eis Skulpturen im Gletscher Palast
Eis Skulpturen im Gletscher Palast

Tessin

Ich liebe das Tessin. Nur drei Stunden Autofahrt und man taucht in eine andere Welt ein. Italienische Lebenskunst, italienisches Essen, dolce far niente. Und wenn Winter bei uns ist, wie jetzt, ist jenseits des Gotthard- oder San Bernardino Tunnels schon Frühling.

Oft sind wir hier schon gewesen – alleine mit den Kinder oder mit Freunden, im Auto oder mit dem Zug. Zum Shopping, Wandern und gut essen & trinken. Auf der Durchreise nach Italien oder für ein paar Tage Entspannung. Im Regen und im Sonnenschein.

Es gibt einen Grund, warum so viele Künstler und Schriftsteller hier ihren Wohnsitz wählen. Man findet im Tessin Berge und Seen, üppige Vegetation und milde Temperaturen. Und ist im Herzen Europas, nahe der grossen Städte und im Schutz der Alpen.

Bootsanlegestelle in Locarno
Bootsanlegestelle in Locarno
Blick auf den Lago Maggiore vom Hausberg Cimetta
Blick auf den Lago Maggiore vom Hausberg Cimetta

Lugano und Umgebung

Lugano liegt am gleichnamigen See und ist immer gut für einen Wochenendausflug. Eine schöne, malerische Altstadt mit kleinen Restaurants und Geschäften lädt zum Flanieren ein. Ich mache sehr gerne Bootstouren auf dem See, auch wenn das Wetter nicht so schön ist. Oder Ihr könnt an der Seepromenade entlang schlendern. Und im Strassencafé einen Cappucchino trinken, während die Nordschweiz in der Kälte bibbert.

Über der Stadt thront der Monte San Salvatore, von dem Ihr ein grossartiges Panorama auf den See und die Alpen habt. Man erreicht den Gipfel mit einer Standseilbahn vom Stadtteil Paradiso aus.

Wenn Ihr Euch so richtig verwöhnen lassen möchtet, empfehle ich Euch das Hotel Parco Paradiso. Die Zimmer, der Wellnessbereich und last but not least die Aussicht sind grandios. Ich erinnere mich an die Cocktails in der Havana Deck Bar bei prasselndem Regen.

Dolce Vita in Lugano
Dolce Vita in Lugano

Nur 15 Kilometer südlich von Lugano befindet sich das Factory Outlet Fowtown. Nicht mein Lieblings Outlet Center, aber doch ganz akzeptabel. Ich habe dort vor vielen Jahren ganz tolle rote Pumps von Fratelli Rossetti gekauft, die ich mir sonst niemals hätte leisten können.

Für Kinder ist das Swissminiatur eine Reise wert. In diesem Freilichtmuseum in Melide ist die gesamte Schweiz in Miniaturformat nachgebildet. Und Ihr könnt innerhalb einer Stunde alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und Landschaften kennenlernen. Leider ist meine Erinnerung an Swissminiatur von brechenden, kranken Kleinkindern geprägt – erst das ein Kind, dann das andere. Also nichts, was ich unbedingt wiederholen möchte.

Frühling am Luganer See
Frühling am Luganer See
Wochenmarkt in Locarno
Wochenmarkt in Locarno

Lago Maggiore

Die schönsten Städtchen für mich sind Locarno und Ascona. Südländisches Flair, Palmen und jetzt im Frühling blühende Sträucher und Bäume überall.
Von Locarno aus kommt Ihr auf den 1670 Meter hohen Hausberg Cimetta. In einer nostalgischen Bahn vorbei an der Wallfahrtskirche Madonna del Sasso in Orselina.

Ascona erreicht Ihr von Locarno am besten per Schiff. Es ist mit 196 Metern über Meer der tiefst gelegenste Ort der Schweiz. Auch hier eine schöne Seepromenade, charmante Restaurants und kleine Geschäfte. Im alten Zentrum Borgo die sehenswerte Kirche San Pietro e Paolo, eine Säulenbasilika aus dem 16. Jahrhundert, deren hoher Glockenturm das Wahrzeichen des Ferienorts ist. 

Santi Pietro e Paolo in Ascona
Santi Pietro e Paolo in Ascona

Nun geht unsere Reise zu Ende. Wie haben Euch die Schweizer Klassiker gefallen?
Was ist eher nach Eurem Geschmack – das schneeige Zermatt oder das sonnige Tessin?

Einen schönen Sonntag Euch und herzliche Grüsse
Steffi 💜

In den Gassen von Ascona
In den Gassen von Ascona

 

Eine Wanderung mit Hindernissen – Schweiz

Vierwaldstätter See
Vierwaldstätter See

Eine Wanderung mit Hindernissen

Wir wohnen in einer Urlaubsregion. Der Grossraum Zürich bietet ein unglaubliches Freizeitangebot an Wasser – und Outdoor Sport. In eins bis zwei Stunden ist man in den Bergen. Im Sommer zum Wandern – im Winter zum Ski- und Snowboard Fahren. Bis ins Tessin und nach Italien sind es drei Stunden. Kein Wunder, dass die meisten Schweizer am Wochenende selten zu Hause sind. Auch wir wandern gerne. Und machten uns an einem sonnigen Tag Ende August auf zum Pilatus. Es sollte eine Wanderung mit Hindernissen werden.

Da es heiss war, fuhr mein Mann in Sandalen Auto. Angekommen stellten wir fest, dass dies die einzigen Schuhe waren, die er dabei hatte! Die Wanderschuhe standen noch daheim. Der eine oder andere wäre vielleicht jetzt umgekehrt. Oder hätte versucht Schuhe zu leihen oder zu kaufen. Aber mein Mann ist durch viele Wanderungen als Kind mit seinen Eltern in Schottland abgehärtet 😉

Der Pilatus ist der Hausberg von Luzern. Zu seinem Fuss liegt der Vierwaldstätter See. Nicht immer haben die Menschen den Berg geliebt. Früher war er eher furchteinflössend. Unwetter und Wassermassen wälzten sich von dort zur Stadt. Ihm wurde nachgesagt, Heimat von Drachen und Ungeheuern zu sein. Zahlreiche Legenden und Sagen sind noch heute überliefert.

Oben angekommen, hat man ein traumhaftes Panorama. Zwar wehte ein frischer Wind, aber wir konnten trotzdem ein leckeres Mittagessen draussen im Sonnenschein geniessen. Nur die Raben versuchten uns unser Essen streitig zu machen 🙂

Raben beim Mittagessen
Raben beim Mittagessen
Die steilste Zahnradbahn der Welt
Die steilste Zahnradbahn der Welt

Für 10 Franken auf den Berg

In der Schweiz ist alles teuer. Um so schöner, dass es den ganzen Sommer über eine Aktion der UBS gibt: Für 10 Franken auf den Berg. Bei Vorlage der Bankkarte kann man für nur 10 Franken Berg- und Seilbahnen benutzen. Eine super Aktion! Wenn Ihr könnt, nutzt sie noch bis 31.Oktober.

Die Pilatusbahn ist die steilste Zahnradbahn der Welt. Seit 1889 bahnt sie sich ihren Weg von Alpnachstad nach Pilatus Kulm auf 2132 Metern Höhe. Zum Teil mit bis zu 48% Steigung!

Pilatus - Eine Wanderung mit Hindernissen
Pilatus – Eine Wanderung mit Hindernissen
Der Abstieg von Pilatus Kulm
Der Abstieg von Pilatus Kulm

Der Abstieg

Seid Ihr schon mal in Sandalen einen Berg hinunter? Wir auch noch nicht. Da mein Mann aber nun seine Wanderschuhe zu Hause gelassen hatte, blieb uns keine andere Wahl. Er hat es sportlich genommen. Denn deswegen die Zahnradbahn auch für die Rückfahrt benutzen, wäre uns nicht in den Sinn gekommen. Und es hätte die ganze Wanderung ruiniert.

Leider hatten wir auch unsere Walking Stöcke nicht eingepackt. Wer jetzt denkt, dass ist nur etwas für alte Leute, täuscht sich. Gerade bergab schont es Knie und Gelenke. Und gibt im unebenen Gelände und auf Geröllwegen Stabilität. Ausserdem kann man schneller und besser hinabsteigen.

Es hatte die letzten Tage viel geregnet. Und da Ausbesserungsarbeiten an der Bergbahn statt fanden, mussten wir einen provisorischen Weg benutzen. Die sind immer schwieriger vom Terrain. Spätestens jetzt fanden wir es nicht mehr so lustig, keine Wanderstöcke und feste Schuhe zu haben. Tief im Matsch sind wir eingesunken. Ich musste sogar einmal meinen Wanderstiefel herausziehen! Sehr zum Amüsement meiner Kinder 🙂
Schön verschwitzt und dreckig kamen wir zurück. Aber glücklich !

Mögt Ihr auch die Bergwelt?
Eine schöne Woche Euch 🙂

Schweizer Berg- & Seenwelt
Schweizer Berg- & Seenwelt
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